Meilensteine der Stammzellenforschung

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Die Stammzellenforschung gehört zu den herausforderndsten Disziplinen in Wissenschaft, Technik und Medizin. Im Jahr 2017 forschen die Wissenschaftler an Stammzellen in den verschiedensten Körperpartien und Organen. Die wichtigsten Entdeckungen zu Stammzellen wurden zwischen den frühen 1960er Jahren und 2014 gemacht.

Weltweit gibt es immer wieder neue Erkenntnisse und Studien zum Thema Stammzellen. Für die aktuellsten Stammzellen-News lohnt es sich, in entsprechenden Onlineportalen zu lesen. Die Entwicklungen werden immer rasanter und spannender.

Hier einige wichtige Schritte in der Stammzellenforschung:

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  • 1961: Die Wissenschaftler Ernest McCullough und James Till (beide Kanada) identifizieren in Knochenmark-Transplantaten blutbildende Stammzellen.
  • 1962: John Gurdon (Großbritannien) entdeckt bei Experimenten mit Fröschen, dass sich die Spezialisierung der Zellen umkehren lässt.
  • 1998: US-amerikanische und israelische Wissenschaftler, darunter der Zellbiologe James Thomson, kultivieren Stammzellen aus Blastozyten. Diese menschlichen Embryonen sind erst sieben Tage alt. Der Schritt gilt als Startschuss der modernen Stammzellenforschung.
  • 2005: Der südkoreanische Klon-Spezialist Hwang Woo Suk hat Studienergebnisse gefälscht. Er gab vor, menschliche ES-Zellen geklont zu haben. Die Enttäuschung über diesen Betrug hält jedoch nicht die Stammzellenforschung im Ganzen auf.
  • 2006: Shinya Yamanaka und Kazutoshi Takahashi (Japan) drehen die Entwicklung um: Sie können entwickelte Mäusezellen in den Embryonalzustand zurückversetzen. Auch diese induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) sind für die Forschung wichtig.
  • 2007: Dieselben japanischen Forscher erzielen deutliche Fortschritte mit menschlichen Hautzellen und können damit das Hautkrebsrisiko senken.
  • 2009: Hans Schöler (Deutschland) treibt die iPS-Zellforschung entscheidend voran. Gene sind inzwischen nicht mehr für die Stammzellenveränderung nötig, es genügen Kontrollproteine.
  • 2010: Die erste Humantherapie mit embryonalen Stammzellen wird klinisch durch das US-Biotechunternehmen Geron an Querschnittgelähmten erprobt. Aus wirtschaftlichen Erwägungen gibt Geron die Versuchsreihe auf, doch der entscheidende Schritt zum Einsatz von Stammzellen in der Humanmedizin ist gemacht.
  • 2011: Deutsche Arbeitsgruppen unter der Leitung von Jürgen Hescheler (Köln) und Karl-Ludwig Laugwitz (München) stellen ein Verfahren für eine iPS-Zelltherapie vor. Doch der EUGH entscheidet gegen einen Patentschutz für das Verfahren. Die Stammzellentherapie dürfe nur demjenigen Embryo helfen, der die Zellen selbst geliefert hat, befinden die Luxemburger Richter.
  • 2012: Stammzellinstitute in Münster und Bonn erzielen bahnbrechende Fortschritte. Ein Team unter der Leitung von Oliver Brüstle schafft es, aus menschlichen Hautzellen funktionierende Nervenzellen herzustellen.
  • 2013: Forscher aus verschiedenen Ländern entwickeln gleichzeitig aus menschlichen Stammzellen spezialisierte Herz-, Blut-, Leber- und Nervenzellen sowie Zellen der Bauchspeicheldrüse. Das berichtet die Fachzeitschrift Cell.
  • 2014: US-Forschern ist es gelungen, mit Stammzellen Sehstörungen stark zu lindern oder zu heilen. Die Versuche laufen schon seit 2011, doch erst 2014 wurde darüber berichtet, als die Verfahren praxistauglich waren und klinisch angewendet wurden. Damit hat es die Stammzellenforschung in den medizinischen Praxisalltag geschafft.
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